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Initiative begeht zugleich 20 Jahre Stolpersteine im Stadtbezirk:

Stolperstein-Verlegung am 19. Mai und Konzert am 17. Mai erinnern an NS-Opfer aus Zuffenhausen

| ZuZu Redaktion | Aktuelles

In Zuffenhausen wird am kommenden Sonntag und in der kommenden Woche mit einer neuen Stolpersteinverlegung an ein besonders erschütterndes Opfer der NS-Zeit erinnert. Am Dienstag, 19. Mai, soll gegen 11.30 Uhr vor dem Gebäude Stammheimer Straße 94 ein Stolperstein für Rudi Kleemann verlegt werden, der nur wenige Stunden "alt" werden durfte.

Der Junge wurde 1943 am Tag seiner Geburt in Stuttgart ermordet. Nach Angaben der Initiative Stolpersteine Stuttgart-Zuffenhausen litt er an Trisomie 21 und wurde Opfer der sogenannten nationalsozialistischen „Kindereuthanasie“. Kinder mit Behinderungen galten damals im menschenverachtenden System der Nationalsozialisten als „lebensunwert“ und wurden gezielt getötet.

Bereits zwei Tage zuvor, am Sonntag, 17. Mai, findet um 19 Uhr in der Pauluskirche Zuffenhausen ein Konzert unter dem Titel „Wiegenlieder aus den Ghettos“ statt. Das Ensemble „Echo_von_nichts“ mit Ingala Fortagne, Pina Rücker und Andreas Krennerich erinnert musikalisch an Kinder und Familien, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Die Veranstaltung steht zugleich im Zeichen von „20 Jahre Stolpersteine in Zuffenhausen“.

Die vom Künstler Gunter Demnig initiierte Aktion erinnert europaweit mit kleinen Messingtafeln in Gehwegen und vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer an Menschen, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, deportiert oder ermordet wurden.

Die Verlegung in Zuffenhausen gehört zu insgesamt elf Stolperstein-Verlegungen, die an diesem Tag, dem 19. Mai, in ganz Stuttgart stattfinden werden.
Weitere Informationen dazu finden Sie in diesem Bericht der Stuttgarter Zeitung.

 

(Foto: Der Kölner Künstler Gunter Demnig bei einer Stolpersteinverlegung im November 2023 in Feuerbach. Foto: zuffenhausen-aktuell.de)