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Aktuelles

Reihe: "Dorfleben in Zuffenhausen um 1700 – ein Schäfer aus Antwerpen auf Wurzelsuche"

Teile 8 & 9: "Die Schäfers und ihre Wirtshäuser" & "Familiengeschichte über 12 Generationen" – Geschichte(n) Zuffenhausens anhand seiner Wirtshäuser

| ZuZu Redaktion | Aktuelles

Per Schäfer wohnt im belgischen Antwerpen, seine Vorfahren kommen aus Zuffenhausen. Der Historiker hat sich auf eine ungewöhnliche Spurensuche in der Heimat seiner Vorfahren gemacht, auf der wir ihn begleiten und seine Artikel in unserer Reihe "Dorfleben in Zuffenhausen um 1700 – ein Schäfer aus Antwerpen auf Wurzelsuche" hier im Portal fortlaufend veröffentlichen werden.

Ausgehend von Kirchenbüchern und Protokollen des Kirchenkonvents rekonstruiert er das Leben im Dorf Zuffenhausen beginnend in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Die Reihe verbindet Recherche mit lebendiger Darstellung und Familiengeschichte.

Inspiration und vertiefende Einblicke liefert die engagierte Arbeit von "Alt-Zuffenhausen" sowohl auf der Website als auch in den sozialen Medien.

 

Teil 6 & Teil 7: 

Die Schäfers und ihre Wirtshäuser

Lamm und Hirsch wurden von den Brüdern Caspar und Leonhardt geführt. Beide Wirtshäuser bleiben noch zumindest für eine weitere Generation in den Händen der Schäfers. Doch es gab noch einen weiteren Gasthof: den Adler, der 1710 erstmals im Protokoll erwähnt wird. Der Wirt war HansJörg Schäfer, ein Neffe der beiden Brüder. Die Anklage lautete, er habe Glücksspiel in seiner Wirtschaft zugelassen. Unter den Mitspielern wird ein junger Michael Schäfer erwähnt, der Bruder des Adlerwirts. Die Nachfahren des HansJörg Schäfer blieben bis ins späte 19. Jahrhundert im Besitz des Adlers. Bemerkenswert ist, dass die Gaststätte über die weibliche Linie weitergegeben wurde. Die angeheirateten Männer erscheinen in den Kirchenprotokollen als Wirte, bis hin zum Wirt Mast, der in „Zuffenhausen ond dromrom“ noch im Gespräch mit König Wilhelm beschrieben wird. Mast war mit einer Enkelin in vierter Generation des HansJörg verheiratet. Einen weiteren HansJörg Schäfer nennen die Protokolle als Ochsenwirt. So war auch der Ochse im Besitz eines Schäfers. In den Akten kommt er nicht gut weg; er wird als „Franzosenfreund“ bezeichnet, vermutlich im Zusammenhang mit Truppenbewegungen während des Österreichischen Erbfolgekriegs, bei dem er mit Franzosen gute Geschäfte betrieben hat.

Familiengeschichte über zwölf Generationen

Die Geschichte erzählt der Belgier Per Schäfer. Er kommt aus Antwerpen. Für ihn hat der Name Schäfer eine besondere Bedeutung, nicht nur, weil er ihn trägt und der Name in Belgien auffällig ist. Michael Schäfer, der Wirt des Lamb im 17. Jahrhundert, ist sein direkter Vorfahre, zwölf Generationen zurück. Die Geschichte beruht auf Angaben in Kirchenbüchern und Protokollen des Kirchenkonvents. Dennoch war der Belgier auch selbst vor Ort, im Flecken und auf dem Friedhof. Gleich am Eingang befindet sich die Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Auffällig ist, dass viele Nachnamen, die in der Geschichte auftauchen, auf den Gedenktafeln zu finden sind: Schäfer, Richt, Pfisterer, Köhler, Schönafski und andere. Diese schwäbische Bodenständigkeit hat sich bis zum Großvater des Belgiers fortgesetzt. Er war der letzte Schäfer in seiner Linie, der in Zuffenhausen geboren, getauft und konfirmiert wurde. Es ist ein schöner Gedanke, welche Spuren seine Vorfahren und ihre Verwandtschaft über die Jahrhunderte in Zuffenhausen hinterlassen haben.

 


Weitere Teile folgen in unregelmäßigen Abständen.

 

Über den Verfasser:
Per-Schaefer.jpgPer Schäfer, der Belgier aus Antwerpen, auf den Spuren seiner Vorfahren hier an der Schäferstraße in Zuffenhausen.

Per Schäfer ist Historiker aus Belgien. Seine Mutter ist Flämin, doch seine Wurzeln reichen bis nach Zuffenhausen. Sein Großvater kam noch in einer Hausgeburt in Zuffenhausen zur Welt, sein Vater später in Bad-Cannstatt. Der Liebe und dem Beruf folgend führte der Weg seiner Eltern über Duisburg schließlich nach Antwerpen, wo Per seit seinem dritten Lebensjahr zuhause ist. Auch wenn sein Nachname in Belgien eher ungewöhnlich klingt, trägt Per ihn mit Stolz. Er verbindet ihn mit den Lebenswegen seiner Vorfahren aus Zuffenhausen.

 

 


Abbildung oben:
Ansicht von Zuffenhausen aus dem Jahr 1682 aus den Forstlagerbüchern von Andreas Kieser. (Landesarchiv Baden-Württemberg)

 

 

 Hier geht's zu den anderen Teilen der Reihe:

 

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